
Aktionsgemeinschaft (AG)
Wer seid ihr und wofür steht ihr?
Die AktionsGemeinschaft Salzburg ist ein Verein von ehrenamtlich tätigen Studierenden aller Fakultäten. Die Mitglieder der AktionsGemeinschaft (AG) sehen es als ihre Aufgabe den Studierenden den Weg durch das Studium so reibungslos wie möglich zu machen. Gemeinsam als Team setzen sie sich für die Rechte und Interessen der Studierenden ein. Die AG arbeitet dabei nach den Grundsätzen, dass die Studierendenvertretung unabhängig, serviceorientiert und wirklich nur für die Belange der Studierenden erfolgen sollte.
Auf der Ebene der Universität berät die AG nicht nur in allen studien- und sozialrechtlichen Angelegenheiten, sondern setzt sich auch in zahlreichen universitären Gremien für eine Verbesserung der Studienbedingungen ein. Das beginnt bei den Studienplänen und geht bis hin zu Problemen mit einzelnen Lehrenden. Auf der bundesweiten Ebene vertritt die AG die Studierenden gegenüber der Regierung, und fordert hier unter anderem eine Verbesserung der sozialen Absicherung, die Anerkennung des Bachelors als vollwertigen Universitätsabschluss und mehr die Ausfinanzierung der Universitäten. Abseits des Studiums sorgt die AktionsGemeinschaft für allerlei Feste (Akademiestraßenfest, Elektro-Cocktail, AG-Indie-Rock ...), Studierendenpreise (StudentInnenmittwoch, öffentlicher Verkehr ...) etc.
Durch das gemeinnütze Engagement der „AGenten“ wurde der AktionsGemeinschaft Salzburg vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz der Status eines ehrenamtlich tätigen Vereins verliehen.
Was sind eure Anliegen für die nächste ÖH-Funktionsperiode?
Die AktionsGemeinschaft hat einen Katalog von über 50 Maßnahmen erarbeitet, wie die Studienbedingungen in Salzburg – auch ohne Millionen aus dem Steuertopf – deutlich verbessert werden können. Dazu gehört nicht nur die vereinfachte Anrechenbarkeit von Lehrveranstaltungen aus dem Auslandssemester, sondern beispielsweise auch ein Entrümpeln von Studienplänen, die faire Vergabe von Lehrveranstaltungsplätzen, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Studium, Optimierung der Leistungsbeurteilung etc. (alle Forderungen findest du auf www.ag-sbg.at).
Neben organisatorischen Belangen an der Uni, plant die AG auch eine Neustrukturierung der ÖH Salzburg. Die Studierenden sollen ein Maximum an Service und eine effektivere Interessenvertretung erhalten. Gerade die Interessenvertretung ist durch die grün-rote ÖH-Exekutive in den letzten zwei Jahren auf der Strecke geblieben. Das zeigt sich nicht nur in der Einfrierung des Uni-Budgets sondern auch in der drastischen Kürzung der Familienbeihilfe. Bildungsinvestitionen sind in Österreich – trotz der Wirtschaftskrise – schlicht „unpopulär“ geworden. Die AktionsGemeinschaft Salzburg legt großen Wert auf einen positiven Image- und Wertewandel, denn in die Bildung wird erst dann wieder mehr Geld fließen, wenn die Bevölkerung von der Notwendigkeit und dem positiven volkswirtschaftlichen Nutzen einer Investition in die Universitäten überzeugt ist.
Wie werdet ihr diese Anliegen konkret umsetzen?
Ein wesentlicher Unterschied zu parteipolitischen ÖH-Fraktionen ist, dass sich die AktionsGemeinschaft Salzburg ausschließlich um die Belange der Studierenden kümmert und ihre Aufmerksamkeit deshalb zu 100 Prozent auf die Interessen der Studierenden fokussieren kann. Demonstrationen und Besetzung sind für die AG kein adäquater Weg, um langfristig für die Studierenden etwas Positives zu bewirken.
Zur Erreichung der gesteckten Ziele kann die AktionsGemeinschaft auf die Potenziale und akademischen Fachkenntnisse ihrer Mitglieder zurückgreifen, die sich über alle Fakultäten und Wissensgebiete erstrecken. Die AG verfügt dadurch nicht nur über fundierte Kenntnisse des Rechts- und Wirtschaftswesens, sondern kann sich zur studentischen Interessenvertretung beispielsweise auch an psychologischen, politisch-diplomatischen und PR-strategischen Maßnahmen bedienen. Darüber hinaus verfügt die AG inzwischen über zahlreiche heterogene, regionale und nationale Netzwerke, die geschickt für die Anliegen der Studierenden genutzt werden sollen.
Davon abgesehen herrscht in der AktionsGemeinschaft Salzburg ein produktives, kollegiales Klima, das die AGenten zu Höchstleistungen beflügelt und für die Organisation und Abwicklung von Projekten äußerst hilfreich ist.
Was waren die Themenschwerpunkte in den letzten zwei Jahren?
Die AktionsGemeinschaft steht für eine transparente ÖH, die sich für einen verantwortungsvollen und streng gesetzeskonformen Umgang mit den ÖH-Beiträgen der Studierenden ausspricht. Dies hatte zur Folge, dass die AG in der ÖH von den parteipolitischen Fraktionen gezielt ausgegrenzt wurde. Immer wieder wurde versucht die AG als Kontrollorgan zu täuschen und schlecht zu machen.
Obwohl die ständigen Sticheleien durchaus kräfte- und motivationsraubend waren, hat die AG – anders als alle anderen Oppositionsfraktionen – dennoch aktiv für die Studierenden gearbeitet. Die AG prüfte unzählige studienrechtliche Angelegenheiten auf ihre Gesetzeskonformität, intervenierte falls nötig, und kämpfte hunderte Stunden in diversen Gremien für die Rechte und Interessen der Studierenden. Daneben wurde an vielen Konzepten und Strategien zur Verbesserung der Studienbedingungen gearbeitet.
Abseits der Interessenvertretung glänzte die AG mit Service. So wurden Studierende mit nützlichen Informationen, Freikarten für Events, Studierendenfesten, Unitüten, Gutscheinen, Kugelschreibern, Getränken, Speisen etc. versorgt. Insgesamt hat die AG in den letzten zwei Jahren weit über 100.000 nützliche Aufmerksamkeiten an die Studierenden verteilt.
Wie würde eure Arbeit als Oppositionsfraktion aussehen?
Es war in den letzten zwei Jahren sehr frustrierend mit ansehen zu müssen, wie die Potenziale der ÖH weitestgehend ungenützt blieben. Die ÖH bietet für engagierte StudierendenvertreterInnen vielfältige Möglichkeiten für die Menschen an der Uni etwas zu erreichen. Leider sind echte Erfolge der grün-roten ÖH-Exekutive durch interne Grabenkämpfe, mangelnde Selbstmotivation, leistungsfeindliche Arbeitseinstellung und großteils fehlende Sach- und Fachkenntnis ausgeblieben. Dort, wo es möglich war, wurden von der ÖH-Exekutive auch Initiativen der AktionsGemeinschaft blockiert. Nicht etwa weil sie unbrauchbar gewesen wären, sondern einfach nur deshalb, weil sie von der AktionsGemeinschaft gekommen sind.
Destruktives Verhalten hat in einer ernsthaft betriebenen Interessenvertretung keinen Platz! Die AG würde es deshalb außerordentlich begrüßen, wenn sich auch in anderen Fraktionen demnächst kompetente und motivierte Studierende finden würden, die gemeinsam mit der AG für die Studierenden etwas erreichen wollen. Ansonsten wird es dabei bleiben, dass die AktionsGemeinschaft etwas weiterbringen möchte, aber von den Studienkollegen in den anderen ÖH-Fraktionen daran gehindert wird.
Was ist euer Anspruch an die Gesellschaft? Welche Rolle spielt die Universität darin?
Das Bewusstsein über die Notwendigkeit eines intakten Bildungssystems scheint in der Gesellschaft derzeit eher gering ausgeprägt zu sein. In Österreich wird aktuell massiv am Bildungsbudget gespart, während andere Länder zukunftsweisend in die Bildung investieren. Damit auch die öffentlichen Universitäten in Österreich international mithalten können, braucht es ein Umdenken in der Bevölkerung. Universitäten dürfen nicht nur als Kostenverursacher gesehen werden. Das was den Staat die Universitäten kosten, hört sich zwar nach viel Geld an, ist in Anbetracht des Gesamtbudgets aber eine vernachlässigbare Größe. Dementsprechend tragen auch die Einsparungen bei den Unis zur Sanierung der Staatskassa so gut wie nichts bei. In der Finanzdebatte wird oftmals „vergessen“, dass aus der Universität Salzburg jährlich 100 Millionen Euro in die Region fließen, eine etwas höhere Summe kommt von den Studierenden noch zusätzlich dazu. Die Bildungsdiskussion darf aber nicht nur mit finanziellen Argumenten geführt werden, denn die Wichtigkeit von Bildung erschöpft sich nicht in finanziellen Belangen.




