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Happy Birthday, ARGE Kultur!


Seit 10 Jahren gibt es nun schon die „neue“ ARGE, die das kulturelle Herz des Nonntals bildet.

Seit dem Neubau und der Eröffnung im Oktober 2005 hat sich die einstige ARGE unserer Elterngeneration neu erfunden: Als urbanes Kulturzentrum ist sie ein nicht wegzudenkender Bestandteil der Salzburger Kunst- und Kulturszene und schafft den Spagat zwischen experimenteller Innovation und niveauvoller Unterhaltung. Die Bilanz aus den letzten 10 Jahren kann sich sehen lassen: 3.324 Veranstaltungen zogen über 381.000 BesucherInnen in die – seit diesem Sommer – vollständig barrierefreie ARGE Kultur.

Um diesen Erfolg gebührend zu feiern, begeht die ARGE am Samstag, den 3. Oktober, ihren 10-jährigen Hausgeburtstag mit den musikalischen Größen Wanda, Attwenger und Gin Ga. Das seit Juni ausverkaufte Event bietet daneben zu freiem Eintritt einen Abend der offenen Tür von 18 bis 21 Uhr, bei dem hinter die Kulissen geblickt werden darf. Die Radiofabrik wird ab 21 Uhr live auf 107,5 aus der ARGE übertragen und die drei Bands im Bühnentalk erneut vors Mikrofon holen. Musikalisch untermalt wird die Sendung durch die Salzburger Band Nachtfalter.

Wir wünschen der ARGE Kultur auf jeden Fall alles Gute zum Geburtstag. Auf weitere 10 Jahre des Schaffens, Experimentierens und Unterhaltens! Rock on!


Autor: Doris Hörmann

The Elwins: Mit Schnauzer, Soundsystem und Spaß auf der Bühne


Hätten Matthew, Travis, Feurd und Frankie stinknormale Berufe, würden ihnen ziemlich sicher keine kreischenden Menschenmassen hinterherrennen. Aber wahrscheinlich schaffen die vier Kanadier es gerade wegen Bermudahemden, viel zu engen Hosen und Monster-Schnurrbart, mit ihrer Musik die Massen zum Tanzen zu bringen. Von Marie Schulz

So auch am Dienstag, 14. April, in der Rockhouse-Bar. Mit vielen neuen Songs aus ihrem Album „Play For Keeps“ begeisterten sie bei dem überraschend persönlichen Konzert das Publikum. Und so wurde auch der, der eigentlich nicht gerne das Tanzbein schwingt, von den sommerlichen Indie-Beats einfach mitgerissen. Die vier jungs aus Ontario in Kanada machen seit 2012 gemeinsam ehrlichen, dynamischen Indie-Rock, der unter die Haut und ins Ohr geht. An diesem Abend wurden Klassiker wie „Forgetful Assistance“ oder „Stuck in the Middle“ von ihrem Album „And I thank you“ performt – und vom Publikum natürlich auch gebührend mitgegröhlt. Jedoch begeisterten auch die neuen Songs: Bei „So down low“ oder „Show me how to move“ konnte der Großteil der Masse zwar nicht auswendig mitsingen, schunkelte jedoch trotzdem begeistert im Takt mit.

Trotz der hervorragenden Live-Performance bleibt jedoch besonders ein Aspekt dieses Abends im Gedächtnis: Fernab von hollywood-ähnlichen Starallüren, Bodyguards oder Wellenbrechern mischten sich die vier Jungs unter die Masse, tanzten und sangen gemeinsam mit dem Publikum und waren sogar nach der Show noch für einen Plausch zu haben. Man hatte fast den Eindruck, den Elwins macht ihr Konzert genauso viel Spaß wie dem Publikum – so macht man das richtig. Gerne wieder!

Ein Tribut an den Austropop

Preview: Ernst Molden und der Nino aus Wien in der ARGEkultur Salzburg


Zwei der angesagtesten Sänger der heimischen Musikszene, nämlich Ernst Molden und der Nino aus Wien, haben sich zusammengetan, um ein Album aufzunehmen. Mit „Unser Österreich“ haben die beiden eine Platte geschaffen mit beliebten Songs aus der Austropop Sparte. Dabei haben sie Songs von Abros bis Heller, von Danzer über Qualtinger aufgegriffen. So finden sich auf dem Album Lieder wie „Tschick“ und „Vorstadtcasanova“. Mit „Nachtflug“ haben die beiden auch einen Song der Musikerlegende Falco aufgegriffen. Diese und viele weitere Hits wird das Duo am 15. April in der ARGEkultur Salzburg zum Besten geben. Für eingefleischte Austopop-Fans ist das ein Pflichttermin und eine Empfehlung für heimatverbundene Musikliebhaber! Weitere Infos findest du unter: https://www.argekultur.at/Ars/Arge/Event/EventDetails.aspx?EventID=11627

Ein Konzert wie es im (Bilder-)Buche steht

Bilderbuch mit seiner Schick-Schock Tour im Rockhouse Salzburg


©Ludwig Seidl

Der Konzertsaal wird dunkel, das Publikum laut. Auf der in blauem Rauch getränkten Bühne erscheint der blonde Schopf von Maurice Ernst, Sänger von Bilderbuch, Indie-Rock made in Austria. Zum sechsten Mal im Rockhouse, zum ersten Mal ausverkauft, schreit er ins Publikum, und erntet Jubel. Nach dem Einstiegssong „Willkommen im Dschungel“ wird schnell klar, dass das Rockhouse, schon vor zehn Jahren ihr Auftrittsort, den Jungs eine sichere Umgebung bietet, nahezu einem Zuhause ähnlich. Wie selbstverständlich bewegen die jungen Musiker sich auf der Bühne, den Nahkontakt mit dem Publikum behalten sie während des gesamten Konzerts bei. Die entspannte, ungezwungene Atmosphäre gipfelt darin, dass Maurice sich schließlich sogar unter die Konzertbesucher mischt, um sich, so sagt er, selbst zu vergewissern, dass auch wirklich ausverkauft ist. Diese charakteristisch pointierte Art, die man sowohl in den alten Hits wie „Calypso“, wie auch in den neueren wie „OM“ hört, hat die Band im Laufe der Jahre und mit zunehmendem Bekanntheitsgrad nie verloren. Pointiert ist auch der heutige Auftritt. Lediglich in einen Lichtstrahl getaucht streift Maurice laszive die Handschuhe über und spätestens jetzt gibt es auch für die letzten noch ruhigen  Zuschauer kein Halten und unbewegliches Dastehen mehr. Mit ihrem Hit „Maschin“ schickt die Band ihre Fans in die Nacht. Aber Bilderbuch geht niemandem so leicht aus dem Kopf.

 


Autor: Veronika Ellecosta

Texta und Blumentopf: Die Traumatik Tour 2.0

Preview: Sie sind wieder vereint! Was vor 18 Jahren schon für viel Begeisterung, volle Säle und viele verkaufte Tonträger gesorgt hat, gibt sich am Samstag, 14. März in Salzburg im Rockhouse wieder die Ehre.


Texta und Blumentopf – kurz TNT werden an diesem Abend nicht nur mit neuen Tracks ihr Können unter Beweis stellen, sondern auch die altbewährten Hip-Hop-Beats, die inzwischen völljährig sind, zum Besten geben. Die österreichische Hip-Hop Formation Texta – bestehend aus den MCs Flip, Huckey, Laima und DJ Dan, gibt es bereits seit dem Jahr 1993, der „Topf“, inzwischen Deutschrap-Urgesteine, machen seit 1992 gemeinsam Musik.

Neben einer großen Deutschlandtour ist außerdem ein gemeinsames Album geplant. Alles in allem ein Konzert, das man unter keinen Umständen versäumen sollte.


Autor: Marie Schulz

Wenn der Zar der Alpen Audienz gewährt

Reinhold Messner auf Jubiläums-Tournee in Salzburg


Zugegeben, ich bin schon ziemlich gespannt, als ich am 5. März 2015 das Wyndham Grand Salzburg betrete, um Reinhold Messners Liveshow „Leben am Limit“ zu erleben. Viel wird ja gesprochen, geschimpft und gestaunt über den König der Berge, über den Tiroler mit dem aufbrausenden Gemüt, der eine der kontroversesten Figuren seines Landes ausmacht. Im mit Montura und Reisekatalogen zugepflasterten Saal tritt er schließlich vor die Leinwand, ein kleiner schmächtiger Mann mit ergrauenden Locken, sein Markenzeichen. Er wird gefeiert wie ein Star, zuvor hat er noch im Blitzlicht seine Bücher für Fans signiert, nun hebt er das Mikrophon an und beginnt zu erzählen, über seine Dolomiten. Es wirkt authentisch, wenn er über den Gletscherschwund berichtet, über Expeditionen zu den höchsten Gipfeln der Welt. Jeder merkt, er weiß, wovon er spricht, er hat sein Wissen erlebt, nicht passiv erworben. Vor dem Hintergrund packender Bergpanoramas und Aufzeichnungen eines weitaus jüngeren Messners wird er auch persönlich, gibt Einblick in seinen Werdegang, vom Kletterjungspund bis zum Bezwinger des Mount Everests ohne Sauerstoffflasche, in seine Durchquerungen der Wüste Gobi und des Nordpols. Es ist der Egozentrismus ad personam, der den Durchschnittszuschauer in den Fünfzigern mit geehelichter Begleitung von der Bühne her anlacht, den man an Messner schätzt, liebt, verachtet. Man fühlt sich klein vor der mächtigen Bergkulisse hinter dem alternden Mann, klein, weil er uns spüren lässt: ihr seid vernünftig, ihr mit euren Familien und euren Häuschen und Gärtchen, ihr, die Spießbürger. Und ich der Querdenker, der Erfolgsmensch, ich, Messner. An manchen Stellen wirkt der Vortrag wie die nie enden wollende Selbstbeweihräucherung eines ehrgeizigen Einzelgängers, der sich dieses Zuges vollkommen bewusst ist, vor allem dann, wenn er Themen wie Lebensführung, Umweltpolitik und Wirtschaftslücken streift. Seine großen Aussagen wie jene, dass Materielles auf der Welt am Ende unwichtig ist, erscheinen eben wenig glaubwürdig, vor allem dann, wenn er kurz zuvor noch seine vielen Museen präsentiert hat, die mit immensen Summen hochgezogen wurden und werden. Streut er aber seine Leidenschaft zu den Felsen dieser Welt über die Zuschauer und streift er damit die Rolle des Predigers ab, ist sein Vortrag fesselnd. Die Bühne des kleinen Mannes mit dem mächtigen Ego sollten wohl die Berge bleiben.


Autor: Veronika Ellecosta

„Probleme aufzeigen und Bewusstsein schaffen“

Im Portrait: Professor Herbert Weingartner – ein „durch die Welt Reisender“, der auf seinen Bauch hörte, als es um seine Studienwahl ging und der heute am Fachbereich Geographie und Geologie unterrichtet. Bewusstsein für die Umwelt zu schaffen, damit die Natur in ihrer Schönheit und Einzigartigkeit erhalten bleiben kann sieht er als eine seiner Aufgaben an.


von David Lahmer

 

 

Prof. Weingartner ist in Oberösterreich aufgewachsen und besuchte in Linz das Stifter-Gymnasium. Nach der Matura meldete er sich freiwillig beim Bundesheer, was jedoch strategische Gründe hatte, wie er lachend betont. Er hätte ein Jahr auf seine Einberufung warten müssen, Zivildienst hätte es noch keinen gegeben und ein Jahr warten kam für ihn nicht in Frage. Somit meldete er sich freiwillig, diente acht Monate ab und erledigte dieses Kapitel, wie er es ausdrückt, um die neu erlangte Freiheit zu genießen. 1973 tat er sich mit zwei ehemaligen Schulkollegen zusammen, um mit einem VW-Käfer Baujahr 1958 über das ehemalige Jugoslawien nach Griechenland (damals noch eine Militärdiktatur) zu reisen.

„Diese Reise war das totale Abenteuer und mein erster intensiver Kontakt zum mediterranen Raum. Dies hat letztlich meine Motivation sehr stark gefördert in dieser Region zu arbeiten“, führt Prof. Weingartner aus.

Es scheint, als hätte die Griechenlandreise Herbert Weingartners Reisefieber entfacht, und er traf den Entschluss, ein Jahr nach Ontario/Kanada zu gehen. Im Gebiet der großen Seen arbeitete er auf Tabak- und Tomatenplantagen. Als einfacher Arbeiter am Feld, somit aus einer völlig anderen Sichtweise, lernte er die Landschaft und die Landwirtschaft dort kennen. Durch die Reise motiviert stieg die Entdeckerleidenschaft. Prof. Weingartner brach teilweise fast expeditionsmäßig in den Norden Ontarios auf, um das Land und die Leute kennenzulernen. Er erwähnt in diesem Zusammenhang, dass er es immer schaffen wollte, sich mit allen Menschen „auf Augenhöhe“ unterhalten zu können. Er wollte sowohl mit „einfachen Arbeitern“ als auch mit Intellektuellen eine Gesprächsbasis haben, und diese Reisen seien eine gute Schule dafür gewesen. Vor allem habe ihm die Gemeinschaft mit seinen Arbeitskollegen gefallen, die aus allen Teilen der Welt anreisten, um ihr Glück in Kanada zu versuchen, betont er.

Prof. Weingartner wurde von dieser Region tief geprägt. Er spricht sehr betroffen darüber, welche Umweltschäden bereits ihre tiefen Spuren hinterlassen haben. Damals fuhren seine Kollegen und er oft zum Lake Ontario, um dort zu schwimmen und ihre Zeit zu verbringen. Zwanzig Jahre später reiste er wieder dorthin.

„Es war eine Katastrophe“, sagte er. „Die Plätze von damals seien verwahrlost und verschmutzt gewesen, und selbst der St. Lawrence Strom sei von Schwermetallen so belastet, dass man kaum noch Fische daraus essen konnte“.

Dies war für ihn ein ausschlaggebendes Erlebnis, weshalb er in seiner Lehrtätigkeit die Mensch-Umwelt-Interaktion so forcierte, um Probleme und Konsequenzen nicht adäquater Nutzung landschaftlicher Ressourcen aufzuzeigen. Er sieht es seither als vorrangige Aufgabe, Bewusstsein für Umwelt und Umweltprobleme zu schaffen.

Studium:

Das Geografie Studium in Salzburg war für Professor Weingartner eine reine „Bauchentscheidung“, als zweites Fach inskribierte er für Englisch. Und da in den 1970er Jahren gerade die Umweltbewegungen im Kommen waren, traf sich das mit seinen Interessen ganz gut.

„Vor allem der komplexe geographische Ansatz von Zeit und Raum war es, der mich stets faszinierte“.

Nach vier Studienjahren wurde Prof. Weingartner Studienassistent. Dies war der Startschuss für seine universitäre Laufbahn. In seiner Dissertation schrieb er über die Landschaftsentwicklung im Tennengebirge im Bundesland Salzburg. Die Forschungsstation Sameralm am Südrand des Tennengebirges war damals wie heute ein wichtiger Stützpunkt für ihn, da diese es ihm ermöglicht hatte, sehr viel im Gelände zu forschen und damit in unmittelbaren Kontakt mit der Landschaft zu treten. Sozusagen eine Landschaftserfahrung mit allen Sinnen.

Lehre:

„Ich möchte junge Menschen von etwas faszinieren und deren Neugierde wecken, damit sich diese dann mit dem Thema selbstständig auseinandersetzen können.“

Auf die Studierenden damals und heute angesprochen, und ob es Veränderungen gegeben hätte, antwortete er, dass die Studierenden von heute genauso erreichbar seien, wie jene von damals. Jedoch ist es wesentlich schwieriger geworden, weil die Zahl an Studierenden zugenommen habe. In kleineren Gruppen wäre es wesentlich leichter, direkt auf den Studierenden einzugehen. Prof. Weingartner bedauert dies vor allem für die Studierenden, da es für diese durch die Masse viel schwieriger geworden ist, einen guten Zugang zu bestimmten Themen zu bekommen.

Hobbies:

Wandern, Radfahren, Schwimmen und Fotografieren sind die Hobbies des Geographen. Vor allem die Landschaftsfotografie hat es ihm angetan. Er sieht es als große Herausforderung, über ein Foto eine Botschaft punktgenau zu vermitteln.

Freude:

Es freut Prof. Weingartner, dass er durch seine Tätigkeit als Geograph Verständnis für komplexe natürliche Prozesse und Mensch-Umwelt-Beziehungen gewonnen hat und diese Erkenntnisse weitergeben und mit anderen (Studierenden) teilen kann. Es freut ihn am meisten, wenn seine Tätigkeit als Lehrender als Keim auf fruchtbaren Boden fallen kann.

Ärger:

„Durch moderne Kommunikationsmedien geht der persönlich Kontakt oft verloren. Dies missfällt mir.“

Direkte Kommunikation „mit allen Sinnen“ bleibt aus und wird von der Anonymität des E-Mails ersetzt. Diese Entpersönlichung von Kommunikation empfindet er oft schlecht für die Qualität des gemeinschaftlichen Miteinanders.

Motto:

„Immer Sachverhalte/Dinge/Menschen zu verstehen versuchen. Nie an der Oberfläche bleiben.“

Rat an eine Gruppe:

„Sich nie vom ersten Eindruck überrumpeln lassen. Immer überlegt und reflektiert an Dinge herangehen.“

Momentane Forschung:

Im Zentrum der Forschungsaktivitäten von Prof. Weingartner stehen Fragen zur Veränderungsdynamik der alpinen Almlandschaft. Durch den landwirtschaftlichen Strukturwandel sind besonders die Almen als alpine „Charakterlandschaft“ von massiven Veränderungen in ökologischer und ökonomischer Hinsicht betroffen. Es ist entscheidend, diese Jahrhunderte alte Kulturlandschaft als vielfältige Ressource zu erhalten! Diesem Zweck dienen auch die beiden Forschungsstationen Sameralm im Tennengebirge und Seppalm im Naturpark Riedingtal. Dort wird versucht, Studierenden Problemstrukturen direkt „am Objekt“ zu erklären und wissenschaftliche Erkenntnisse über die Almwirtschaft für nachhaltig-touristische Anliegen zu nutzen.

Für Interessierte:

Homepage der Arbeitsgruppe Landschaft und Nachhaltige Entwicklung: http://www.lasd.at/index.php/home_de.html

 

 

 

 

 


Autor: Marie Schulz

Wenn der Nachbar vor Lachen vom Stuhl fällt

So banal und doch so großartig. Zwei Männer drehen PolitikerInnen und Promis den Ton ab und begeistern ihr Publikum.


© Hans Leitner

Zwei Stühle, eine Bühne, ein Laptop. Mehr brauchen die beiden Kabarettisten Peter Hörmanseder und Robert Stachel nicht, um einen ausverkauften Saal herzhaft zum Lachen zu bringen. Das war auch bei ihrem „Jahresrückblick 2014“ am Dienstag, den 13. Jänner, im Saal der ARGEKultur nicht anders. So mussten wieder Heinz Fischer, Armin Wolf und ihre Kollegen dran glauben und sich viele Wörter in den Mund legen lassen. Doch auch Nicht-ÖsterreicherInnen wie Barack Obama, Angela Merkel oder dem Papst wurden von Maschek ordentlich aufs Korn genommen. Das schönste daran: Nicht nur das Publikum hatte Spaß – vor lauter Schmunzeln kamen auch die beiden „Mascheks“ hier und da aus dem Konzept.

Zwar gibt es Maschek nun schon fast seit 20 Jahren – alt sind sie deswegen aber noch lange nicht geworden. So glänzen sie auch heute noch mit unglaublich facettenreicher Stimmimitation und Witzen, bei denen man vor lachen brüllen möchte.

Das wichtigste ist jedoch: sie haben auch heute, knapp zwei Dekaden nach ihrer Gründung, noch massig Spaß an ihrem Job. Und das sieht man.


Autor: Marie Schulz

Was man mit Worten in Köpfen so alles anstellen kann

Gänsehaut-Alarm. Menschen erzählen ehrlich und unverblümt von ihren Ängsten, Erfahrungen oder Träumen. Im Rhythmus bleiben sie dabei auch noch.


„Poetry Slam? Was soll denn das sein?“ das ist eine Frage, die öfter gestellt wird, als man meinen möchte. Wer dann erklärt, dass beim Poetry Slam Teilnehmer, genannt Slammer, ihre selbstgeschriebenen Texte rhythmisch vortragen, erklärt es zwar richtig; sollte den Fragenden jedoch trotzdem dringend einmal mit zu einem Slam nehmen. Denn was auf solchen Poetry Slams vorgetragen wird, berührt und regt gleichzeitig zum Nachdenken an.

Liebeskummer, Hirngespinste, ausgedachte Geschichten oder Zukunftsvisionen – den Themen, über die die SlammerInnen auf der Bühne geredet haben, waren auch am 13. Dezember im Studio der ARGEKultur keine Grenzen gesetzt. Eines hatten sie aber gemeinsam – alle Geschichten kamen mitten aus dem Leben – und gingen wahrscheinlich gerade deswegen so unter die Haut.

Slammer – viele von ihnen noch keine zwanzig Jahre alt – präsentierten tiefsinnige Texte, die sie rhythmisch und mit sicherer Stimme vortrugen. Einige Hoppalas wie Versprecher oder nervöse Stotterer gab es natürlich auch, jedoch wurden diese durch den Charme der ganzen Veranstaltung schnell vergessen.

Gegenüber wirklich vielen guten Slammerinnen und Slammern konnte sich schließlich Zoe Hagen durchsetzen, die sich vor allem mit einem vorgetragenen Brief an ihre Schwester die Herzen des Publikums im Sturm eroberte. Auf jeden Fall war auch dieser Abend in der ARGEKultur ein Abend, über den viele der ZuschauerInnen wohl auch nach Ende des Slams etwas nachgedacht haben.


Autor: Marie Schulz

Und dann geht’s auf einmal um den betrunkenen Pantomimen

Dirk Stermann und Christoph Grissemann brachten mit ihrem neuen Kabarett-Programm, Ratlosigkeit, Verzweiflung und unendliche Lachkrämpfe über ihr Publikum.


© Ingo Pertramer

Blickt man in die Gesichter der Menschen, die aus dem ausverkauften Veranstaltungssaal der ARGEKultur strömen, sieht man Fassungslosigkeit. Der ratlose Gesichtsausdruck ist gepaart mit leichtem Kopfschütteln, einem unsicheren Lächeln oder einem Hauch von Verzweiflung. Das, was in der letzten Stunde im großen Saal vorgeführt wurde, war definitiv komplett anders, als alles, was das Satiriker-Duo vorher vorgeführt hatte.

Es ist zwar schon fast gewöhnlich, dass die beiden Situationskomiker in ihren Kabarett-Programmen mit ausgefallenen Perücken, Windeln oder unmöglichen Körperbekleidungen über die Bühne stolzieren; das jedoch ohne jeglichen Handlungszusammenhang zu machen, ist in „Für die Eltern was perverses“ neu. So spielt Christoph Grissemann einen blinden, depressiven, betrunkenen Pantomimen und Dirk Stermann sein emotional verkrüppeltes Selbst. Auch der Sidekick – ein lebender Plattenspieler in Form von Oliver Welter – macht die verschiedenen Handlungsstränge nicht einfacher zu verstehen.

Es bleibt dem Publikum in vielen Situationen – sei es beim Helene-Fischer-Gesang, beim Ausdruckstanz zu Popmusik oder bei endlos langen Telefonaten – oft nicht mehr viel mehr übrig, als verständnislos den Kopf zu schütteln oder ungläubig die Augen zusammenzukneifen. Nichtsdestoweniger haben die beiden ORF-Urgesteine das nicht verloren, für was wir sie so lieben – ihren Humor. Trotz skurrilen Situationen und unklaren Gefühlsausbrüchen wurden die Lachmuskeln mit derben Witzen und komischen Imitationen ordentlich beansprucht – mitunter ist das der Hauptgrund, warum man auch im nächsten Kabarett wieder mit dabei sein sollte.


Autor: Marie Schulz

Cash & Carry- A Tribute to Johnny Cash


„Nein, es ist keine Coverband – es soll eine Hommage an den Altmeister des Country sein.“ Mit diesem vielversprechenden Zitat des Sängers Wolfgang „Wollvieh“ Krug wurden so manche am 12.1.2015 ins Rockhouse Salzburg gelockt. Was erwartet werden durfte war demnach eine Neugestaltung der bekanntesten Hits des Father of Folk. Dabei hat sich die Band die Latte hoch angesetzt. Denn die Stimme Johnny Cashs ist nicht ohne Grund in die Geschichte eingegangen, ist doch seine Klangfarbe einzigartig und schier unmöglich zu imitieren. Umso mutiger war es, dass die Band, bestehend aus dem Sänger „Wollvieh“, Georg „Gic“ Gruber, Mandi Blühweis und Andy Grabner zugleich mit den bekanntesten Hits auftrumpfen wollten. So fiel es auch den weniger eingefleischten Cash-Fans leicht, die Lieder mit den Versionen des Altmeisters zu vergleichen. Zunächst bemerkten manche kritische Besucher die Notenständer, was bei Live-Konzerten dieser Art nicht oft gesehen ist. Doch die damit verknüpften Befürchtungen blieben unbestätigt – die Band schien die Hilfestellung nicht nötig zu haben. Zu ihrem Repertoire zählten neben den Klassikern auch Songs wie Me and Bobby McGee, Don’t think Twice, It’s Alright und One. Diese Hits interpretierten sie im Gegensatz zu den bekannteren Cashtiteln neu und zogen das Publikum so auf ihre Seite. Nach einigen Nummern überraschten sie mit einem neuen Gesicht: Karin Reitsamer-Konnerth brachte mit kraftvoller Stimme neuen Schwung in die sonst schnell eintönig wirkenden Countrysongs. Sie überzeugte sowohl als Leadsingerin als auch im Duett mit „Wollvieh“. Die Freude über das zahlreiche Erscheinen an Besuchern war der Band anzusehen. Sie belohnte das Publikum mit mehreren Zugaben, sodass sich das Konzert auf zwei Stunden belief. „Nein, es ist keine Coverband“ – Dem lässt sich widersprechen: Leider nicht bei allen Tracks schaffte es die Band diese neu zu gestalten und hielt sich sehr strikt an die altbekannten Originalversionen. Cover hin oder her – eine Hommage ist der Auftritt sehr wohl geworden.

 


Autor: Anna Katharina Fremuth und Veronika Ellecosta

Salzburg liegt am Amazonas

Preview: Brasilianisches Filmfestival


© Daniel Munduruku

Bald weht durch die Hörsäle wieder ein Hauch von Amazonien, wenn im Rahmen des Brasilianischen Filmfestivals vom 9. bis zum 13. Dezember eine Auswahl des aktuellen Brasilianischen Filmspektrums bei freiem Eintritt gezeigt wird.

Im zehnten Jahr seines Bestehens widmet sich das von Dr. Eloide Kilp initiierte „Festival der Kultur“ den Ureinwohnern Brasiliens und gibt damit jenen eine Stimme, die im Mainstream-Kino nicht zu Wort kommen. Eröffnet wird am Dienstag, dem 9. Dezember, um 19.00 Uhr mit Konzert und kleinem Umtrunk. Auch wird ein von Studierenden unter Anleitung von Eduardo Nunes produzierter Kurzfilm uraufgeführt.


Es folgt ein dichtes Programm: Daniel Munduruku, indigener Autor von über 40 Büchern, wird aus seinem Buch „Brasilianische Indianerlegenden“ den Schöpfungsmythos der Munduruku vorlesen.
Die Kurzfilmreihe beleuchtet dieses Jahr das Verhältnis zwischen Weißen und Indigenen aus drei Perspektiven: „Encontros mistos“ geht dem Zusammentreffen zwischen Konquistadoren und Ureinwohnern nach. Normannen nehmen einen Indio nach Frankreich mit und ein Mädchen wird im Urwald entführt und zur „weißen Göttin“ gemacht. „Entre os povos da floresta“ hingegen zeigt die Begegnungen zwischen zwei Stämmen, den Umgang mit der modernen Welt und wie die lang unterdrückte indigene Kultur in Schulen weitergegeben wird. „Uma imagem branca“ schließlich dokumentiert, wie die Weißen die Ureinwohner Brasiliens gesehen haben, von Expeditionen über Werbefilme bis zum Fußball.

Zur Auseinandersetzung mit den Inhalten der gezeigten Filme wird Tunico Amancio, Professor für Kinowissenschaften, beitragen. Im Rahmen einer Vortragsreihe wird er das Verhältnis von indigener und nationaler Kultur, die indigene Identität und die Überschneidungen zwischen Literatur und Kino beleuchten.

Die Spielfilme beschäftigen sich mit der sozialen Gegenwart. In „Faroeste Caboclo“ zieht ein Tischler aus der Provinz in die Hauptstadt und gerät in einen Strudel aus Drogen, Gewalt, Macht und Liebe. Die Hauptfigur in „Sudoeste“ erlebt ihr Leben als einen einzigen Tag und versucht, Realität und Schicksal zu verstehen. Anschließend gibt es eine Diskussion mit Eduardo Nunes, dem Regisseur des mit 23 Preisen ausgezeichneten Films. In „Rio 2096: Uma História de Amor e Fúria“ verfolgt ein Liebender seine Geliebte 600 Jahre lang durch die Geschichte bis in die Kriege um Wasser im Jahr 2096. Die Komödie „Vendo ou alugo?“ erzählt von vier Frauen, die ihr Haus am Rande einer Favela um jeden Preis verkaufen möchten und dazu einen potenziellen Käufer umgarnen. Dabei werden die Spannungen zwischen Favela, neuer Mittelklasse und Friedenspolizei deutlich.

Diesen Humor der kritischen Jugend vertritt auch Rafael Puetter, alias Rafucko, Videoblogger und laut der Zeitschrift „Galileu“ eine der 25 einflussreichsten Personen im brasilianischen Internet. Berühmt geworden durch seine Satiren auf Politik und Medien, wird er in Salzburg sein Projekt „Talk Show do Rafucko“ und sein „Ein-Mann-Studio“ des Guerilla-Kinos vorstellen.

Das Team um Fr. Dr. Kilp lädt jeden herzlichst dazu ein, sich in die Welt des brasilianischen Filmes entführen zu lassen!

 

 

Erfolgreich erfolglos

Preview: Open Mind Festival


Das diesjährige „Open Mind Festival“ der ARGEkultur Salzburg steht unter dem Motto „erfolgreich erfolglos“. Vom 13. bis zum 23. November wird ein breites Spektrum an Veranstaltungen vorgestellt. Neben einer Koproduktion mit dem Theater im Bahnhof (Graz) stehen auch Veranstaltungen aus den Bereichen Film, Musik, Poetry Slam, Medienkunst und Literatur auf dem Programm. 

Gleich zu Beginn des Festivals am 13. November steigt die Österreichpremiere von Theater im Bahnhof „Mein Leben im Busch von Sarajevo“. In dem Stück geht es um „Expatriates“, also ÖstereicherInnen, die in Bosnien-Herzegowina für europäische Konzerne arbeiten. Aus Interviews mit Auswanderern, die zu Arbeitszwecken nach Sarajevo kamen, wurden drei fiktive Charaktere kreiert, die im Stück versuchen ihre Cocktail-Party aufrechtzuhalten. Dabei rückenThemen wie Mitgefühl, aber auch Arroganz, Verantwortung und vorherrschende Haltungen ins Blickfeld.

Weitere Highlights des Festivals sind unter anderem das Konzert der Austropop-Band „Wanda“, die kürzlich ihr Debütalbum „Amore“ veröffentlicht haben sowie die Rückblende „7 Jahre Die unteren 10.000“ von Hermes, dem Kult-Reporter aus „Willkommen Österreich“. Ein Blick ins Programm lohnt sich wirklich, denn das Open Mind Festival bietet kritische, amüsante und unterhaltsame Abende zu studentenfreundlichen Preisen. Das Programm ist unter www.argekultur.at/openmindfestival ersichtlich.

Der Beweis, dass das Beste noch lange nicht vorbei ist.

Review FIVA Konzert


Im Rockhouse ist die Hölle los. Die vielen Menschen, die sich am Dienstag, 16. September, in den überschaulichen Saal drängen, sind aufgeregt, schier überdreht. Um kurz nach 21 Uhr kann man die Luft im Saal schneiden – so gespannt sind alle auf das, was kommt. Als schließlich Nina Sonnenberg aka Fiva die Bühne betritt, bricht Jubel aus – die Stimmung kommt zum Höhepunkt, als Fiva gut gelaunt mit dem Publikum witzelt und anfängt, das zu tun, wofür alle an diesem Abend ins Rockhouse gekommen sind – ihre famosen Lieder zu performen.

Nina Sonnenberg, die Rapperin, Fm4-Moderatorin und Autorin ist, hat bist jetzt fünf Alben veröffentlicht und begeistert immer mehr Menschen mit ihrer Musik und ihren Texten. So konnte ihr 2012 veröffentlichtes Album „Die Stadt gehört wieder mir“ den Platz 41 im Österreich-Ranking erreichen, das 2014 herausgebrachte Album „Alles leuchtet“ erreichte sogar Platz acht.

Prall gefüllt mit grandiosen Texten, tollen Instrumenten, der angenehmen Stimme von Fiva und Liedern wie „Das Beste ist noch nicht vorbei“ oder „Einen Sommer lang nur tanzen“ vergeht der Abend wie im Flug. Und sicher ist nach diesem Tag nur eines: auch beim nächsten Besuch von Nina Sonnenberg wird im Rockhouse wieder die Hölle los sein.


Autor: Marie Schulz

Intelligenz kann auch witzig sein

Review Gunkl „Die großen Kränkungen der Menschheit – auch schon nicht leicht“


Ein Kabarett besteht, laut Theorie, aus einzelnen Nummern, die oft auch musikalisch untermalt werden und ein Gesamtkonzept ergeben. Gunkl, eigentlich Günther Paal, präsentiert uns auf der Bühne aber kein herkömmliches Kabarett. Weder Instrumente noch andere Utensilien benötigt er, um das Publikum zwei Stunden lang in seinem Bann zu halten. Lediglich seine Ausführungen über die großen und kleineren Kränkungen der Menschheit tragen zur Unterhaltung bei. Und dabei sind diese gar nicht so kränkend, wenn man sie mal genauer betrachtet. So komplex sich die Themen anhören, so humoristisch bringt Gunkl sie einem näher und dekonstruiert dabei häufig Annahmen, die gesellschaftlich meist unhinterfragt bleiben. Eine Inhaltsangabe ist gar nicht so leicht, aber grundsätzlich geht es, wie der Titel schon verspricht, um die Menschheit. Darum, dass die so einiges auf sich nehmen musste auf dem Weg zur Erkenntnis, der bei Weitem noch nicht zu Ende ist. Zum Beispiel, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Universums ist oder dass die Menschen nicht unbedingt als die Krone der Schöpfung betrachtet werden können. Mit manchen dieser Erkenntnisse können Teile der Menschheit besser umgehen, mit manchen weniger gut. Warum Gunkl mit den meisten, angeblich kränkenden Tatsachen, ganz gut leben kann, das führt er beeindruckend schlagfertig in seinem Programm aus. Er spricht also über die Problemzonen der Menschheit und meint „Da hängt man was drüber, und wenn man das lange genug macht, glaubt man schließlich sogar selbst, dass man halt einfach gern weite Kleidung trägt, weil die halt so angenehm ist, und nicht, weil das genau genommen Palliativgarderobe ist.“

Gunkl gestaltet allein mit seinen Worten einen geistreich-witzigen Abend, der nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Nachdenken anregt und beeindruckt mit seiner Fähigkeit eine Stunde lang zu reden ohne einen Schluck zu trinken. Außerdem lässt er sich nicht so schnell von pseudowissenschaftlichen Einwürfen aus dem Konzept bringen, und wenn doch, dann findet er über Umwege auch wieder zurück und das mit spitzfindigem Witz.

 

Absolut sehenswert!

 

Lisa Mitterbauer

Lachmuskeltraining in der ARGE

Review Maschek "Das war 2013"


Das Licht geht aus – nur drei Sessel auf der Bühne der ARGEKultur sind noch beleuchtet. Dort sitzen drei Männer, die auf den ersten Blick eigentlich ziemlich normal und gar nicht so lustig aussehen. Erst, wenn sie ihre Münder aufmachen und Bundeskanzler, Ministern und vielen anderen der High-Society eine neue Stimme geben, kommt gleichzeitig mit dem ersten Lacher der Aha-Effekt. MASCHEK – die drei Herren, die seit Jahren mit ihren neu vertonten Filmsequenzen Stermann und Grissemans „Willkommen Österreich“ noch lustiger machen, trainierten am 28. Dezember in der ARGEKultur mit ihrem Jahresrückblick zwei Stunden lang zahlreiche Lachmuskeln im ausverkauften Saal.

 

Politiker, Schauspieler und sogar Starregisseur Michael Haneke – sehr viele bekannte Persönlichkeiten bekamen an diesem Abend ihr Fett weg und mussten sich von den drei Maschek-Herren auf die Schippe nehmen lassen. Alles in allem war der „Jahresrückblick“ ein sehr gelungenes Programm, nur sollte man die Geschehnisse der letzten Zeit wirklich gut verfolgt und im Kopf behalten haben – sonst findet man die Pointen vielleicht gar nicht so lustig.

 

Marie Schulz

Wenn die Bühne zum Schlachtfeld wird

Review X-Mas Metal Meeting


Manch ein*e Autofahrer*in und Passant*in reagierte am 20.12.13, wohl verwundert, als er oder sie am Abend am ROCKHOUSE in Salzburg vorbei kam. Eine Meute schwarzgekleideter und mit Nieten geschmückter Menschen tummelte sich dort nämlich vor dem Eingangsbereich und wartete sehnsüchtig darauf eingelassen zu werden.

Grund für die Versammlung von Salzburgs Metal-Fans war das Salzburger X-Mas Metal Meeting, bei der die Besucher*innen 14 Bands aus dem Genre lauschen konnten.

 

Während die harten Gitarrenriffs und lauten Trommelschläge innerhalb der höhlenähnlichen Räumlichkeiten des Rockhouses widerhallten, konnte man an den drei Bars Bier und andere Getränke erhalten und so den vom Mitgrölen ausgedörrten Kehlen vorbeugen.

In der Eingangshalle war außerdem ein Merchandise-Stand aufgebaut, der den Metalfans Kleidung und Fanartikel ihrer Lieblingsrocker anbot.

Während Bands wie Earthrotten durch den Abend führten, wurde die Stimmung immer weiter angeheizt.

Gegen 22 Uhr war es dann schließlich soweit – der erste der beiden angekündigten Headliner, die Death-Metal-Band Debauchery, erklomm die Bühne.

Viele Normalbürger*innen hätten wohl schwer geschluckt, hätten sie die etwas fragwürdige Bühnendekoration gesehen, die für den Auftritt extra angebracht wurde. Da gab es verstümmelte Frauenleichen, die den Ständer des Mikros darstellten, Flaggen mit übergroßen Dämonenköpfen darauf und schließlich die Musiker selbst, die über und über mit Kunstblut besudelt waren.

Die Metalfans jedoch fühlten sich sichtlich wohl und moshten (= seinen Nebenmann einen freundschaftlichen, wenngleich auch kräftigen Schubser verpassen und sich dann gleich hinterher mit Volldampf ins Getümmel stürzen) fröhlich durch die Gegend. Es wurden die langen Zotteln ausgeschüttelt und die Texte aus voller Kehle mitgesungen. An so einem Abend war es dann sogar in Ordnung, wenn das „f-Wort“ öfter fiel als es die guten Manieren erlauben. Den Höhepunkt der Band bildete eine Tanzeinlage einer jungen Dame, die wohl vor allem den männlichen Besuchern gefiel – auch, wenn die Menge dabei den ein oder anderen Kleckser Kunstblut abbekommen hat.

 

Der allgemeine Höhepunkt des Abends war jedoch der Auftritt der deutschen Darkmetaler Eisregen. Die Band rund um Leadsänger Michael Roth musste sich schon oft damit abfinden (oder wie im Genre übrig auch darüber freuen), dass ihre Lieder in Deutschland induziert wurden, weshalb sie in Salzburg ausgelassen ihre künstlerische Freiheit genossen. Den Zuschauern gefiel es – nach jedem Lieb gab es tosenden Beifall, während des Auftrittes selbst wanderten die Stagediver nach vorne und nach dem letzten Song verlangten die Fans einstimmig eine Zugabe. Sehr amüsant war auch, dass die Bandmitglieder einige Fans auf die Bühne holten, die zuvor eine Blockflöte am Merchandise-Stand erstanden hatten. Diese durften dann frei von der Leber weg bei einem ihrer Lieder mitträllern.

 

Das Rockhouse bietet vielleicht nicht den größten aller Bühnenbereiche, doch gerade die Tatsache, dass man gemütlich in der Menge steht und alles so überschaubar ist, macht sich hier bezahlt. Auch von ganz hinten hat man noch einen wunderbaren Blick zur Bühne und die Soundqualität wird mit jedem Zuschauer besser, der sich an der Bühne einfindet.

Im Großen und Ganzen ein sehr gelungener Abend mit viel ausgelassener Stimmung. Es ist schön, dass das Rockhouse auch solche Events möglich macht, die in der großen Allgemeinheit wohl nicht so viel Anklang finden würden und deshalb kaum stattfinden.

 

Marina Hochholzner

Blutsauger-Blues

Review "Only Lovers Left Alive"


Mit seinem neuesten Werk wagt sich Independent-Regisseur JIM JARMUSCH an ein für ihn völlig neues Genre. Das Vampir-Drama ONLY LOVERS LEFT ALIVE entführt die Zuschauer in die düstere Welt der heutigen Detroiter Slums. Dabei bekommen sie einen Einblick in das Leben des Ehepaares Adam und Eve, die ein blutiges Geheimnis hüten: Sie sind Vampire.

Obwohl sie uns körperlich überlegen sind, zeigt Jarmusch, dass das Leben in der modernen Zeit nicht mehr so einfach ist für Kreaturen der Nacht. Die Menschen verunreinigen ihr Blut mit Nikotin, Alkohol und Drogen und an reines, unverschmutztes Blut zu kommen ist nicht einfach. Da bedient man sich schon einmal gerne des krankenhauseigenen Dealers oder Import-Produkten aus dem Ausland.

Eve, gespielt von Tilda Swinton (The Beach), lebt von ihrem Liebsten getrennt im fernen Tanger in Marokko. Sie hat sich gut in das neue Jahrhundert eingefügt – man sieht sie kaum ohne ihr iPhone und auch beim Buchen von Nachtflügen weiß sie sich bestens zu helfen.

Nicht so ihr Gatte Adam: Tom Hiddleston (Thor – The Dark Kingdom) spielt einen depressiven Rocker-Vampir, der sich einfach nicht mehr in die heutige Gesellschaft zu integrieren weiß und deshalb immer mehr verbittert. Er hat nur wenig Kontakt zur Außenwelt und scheint nur noch für seine Instrumente zu leben. Seine Leidenschaft gilt dabei besonders alten Gitarren, die er sammelt und besser kennt als die aktuellen Hits auf Youtube.

Als er schließlich mit dem Gedanken spielt, seinem unsterblichen Leben ein Ende zu bereiten, spürt Eve, dass ihr Mann in Gefahr schwebt. Sie setzt sich in den nächstbesten (Nacht)Flug und kommt nach Detroit.

Das Liebespaar ist nun wieder vereint und verbringt seine Zeit fortan mit nächtlichem Sightseeing.

Der Frieden währt jedoch nicht ewig. Als Eves jüngere Schwester Ava auftaucht, wird die gerade erst entstandene Idylle gestört. Mehrere Vorkommnisse, an denen Eves aufgedrehte Schwester nicht ganz unschuldig ist, zwingt das Ehepaar schließlich Detroit zu verlassen.

Sie suchen nun Zuflucht in Eves Heimat Tanger, wo sie sich bereits mit einem weiteren Problem konfrontiert sehen: Der Blutlieferant ist plötzlich nicht mehr zu erreichen...

 

Jarmuschs Film zieht die Zuschauer schon alleine deshalb in seinen Bann, weil er trotz der modernen Technologien und Gesellschaften, die die beiden Vampire umgeben, von Anfang an eine düstere Atmosphäre schafft. Vor allem der schweigsame und in sich gekehrte Adam zeigt deutlich, dass sich nach Jarmuschs Auffassung Vampire in der heutigen Zeit kaum noch integrieren können. Hiddleston zeigt in dieser Rolle nicht nur sein musikalisches Talent, sondern auch, dass durchaus mehr in ihm steckt als nur die Rolle von Comic-Bösewichten. Oscarpreisträgerin Swinton spielt die hochgebildete Eve so überzeugend, dass man ihr beinahe abkauft, bei allen wichtigen Geschehnissen der Geschichte hautnah dabei gewesen zu sein.

Intellektuell wie sie sind, persönlich bekannt mit sämtlichen namhaften Physikern und Lyrikern der Geschichte, scheinen sie auch tatsächlich nicht mehr in die Zeit des Internets und Konsumrausches zu passen.

Ein wenig rätselt das Publikum vielleicht zu Beginn des Filmes, wieso das Paar überhaupt eine Fernbeziehung führt, wo sie doch offensichtlich nicht ohne einander leben können, und auch das Geheimnis um die Handschuhe wird nicht geklärt. Dieser Aspekt wurde von Jarmusch erst nachträglich erklärt. „Meine Vampire tragen Handschuhe, wenn sie rausgehen, weil es einfach cool aussieht“, erzählt er in einem Interview. Gut, cool genug sind seine Vampire. Leichenblass, wie es sich gehört, wenn man niemals das Sonnenlicht erblickt, und so lichtempfindlich, dass sie sogar in Nachtclubs noch ihre Sonnenbrillen tragen müssen, verkörpern sie die klassischen Blutsauger.

Der Film erfreut die Zuschauer immer wieder mit sarkastisch-humorvollen Sprüchen oder unausgeschlafenen, untoten Morgen- pardon, Abendmuffeln. Ein etwas früheres und längeres Auftauchen von Ava hätte der Handlung vielleicht nicht geschadet, doch das Zusammentreffen der amerikanischen und marokkanischen Kultur mit den britischen Vampiren ist dennoch zu jeder Zeit unterhaltsam.

In Salzburg läuft der Film im DasKino. Was einen Besuch auf jeden Fall lohnenswert macht, ist dass der Streifen wie für das Lichtspielhaus üblich in der Originalfassung gezeigt wird, das heißt ohne Synchronisation und in diesem Fall auf Englisch. Für diejenigen, die sich etwas unsicher mit der englischen Sprache fühlen, laufen deutsche Untertitel mit und so versteht man selbst das Fachsimpeln über wertvolle Gitarren am Anfang des Filmes. Der Flair, den die hauseigenen Kinosäle verbreiten, macht einen Besuch von Only Lovers Left Alive wirklich zu einem packenden Erlebnis.

 

Marina Hochholzner

Kabaretttherapie im republic Salzburg

Review Alfred Dorfer "bis jetzt"


Einer der Granden des österreichischen Kabaretts, ALFRED DORFER,  beehrte am 14.12.2013 das republic Salzburg. Sein Programm „BIS JETZT“ verbindet, eingebettet in einen (pseudo)biografischen Rahmen, zum Teil abgewandelte Elemente seiner bisherigen Programme. Für ihn selbst soll es ein Resümee, eine Aufarbeitung von all dem, was nicht gewesen ist, eine Art Kabaretttherapie, die Antwort auf die Frage „Was wäre gewesen wenn?“ geben soll, sein. Die satirisch ausgefeilten Spitzen gegen Gesellschaft und Politik gepaart mit Slapstick ähnlichen Nummern und der jahrzehntelangen musikalischen Zusammenarbeit mit Günther Paal, Peter Herrmann, Lothar Scherpe und Robert Peres runden den Kabarettabend ab. Aber selbst nach dem Schlussapplaus wollten weder das Publikum noch Dorfer aufhören. Darum gab es als Draufgabe und weil es sich für österreichisches Kabarett so gehört einen Block über die aktuelle Innenpolitik, die im Programm selbst keinen Platz fand und aufgrund des thematischen Gerüsts auch keinen Platz finden konnte. Das Publikum war begeistert. Der Meister verneigte sich, der Abend war gelungen.

 

Lisa Mitterbauer

CAVE RAVE im Rockhouse Salzburg

Review Crystal Fighters Konzert


Crystal Fighters im Rockhouse

Das Rockhouse Salzburg hat es wieder einmal geschafft, eine der besten Bands der Indie-Szene nach Salzburg zu bringen. Das Konzert war schon vorzeitig ausverkauft, doch wen wundert das bei diesen talentierten Vollmusikern.

Aus aktuellem Anlass wird darum von den CRYSTAL FIGHTERS berichtet, die am 16.11.2013 in passender Location das brillante Debütalbum „CAVE RAVE“ vorstellten.

Eine der angesagtesten Bands mit mystischem Namen und geheimnisvollen Mitgliedern würden ihren Stil folgendermaßen beschreiben: „Wir machen schnelle Tanzmusik mit Instrumenten aus dem Baskenland, Synthesizern und Gesang.”

Gegründet wurde die Gruppe 2007 in Spanien. Die heutige Band bestehend aus Sebastian, Gilbert, Graham, Mimi und Laure die in London beheimatet sind. Die 5 lieben es im Rampenlicht zu stehen und spielen jede Show als wäre es die letzte. Mit vollem Einsatz konnte man das am bebenden Publikum feststellen.

Die Crystal Fighters veröffentlichten 2010 mit „Star Of Love“ ihr erstes Album und machten mit der Drum & Bass- und Dubstep-Single „Love Is All I Got“ auf sich aufmerksam.

Nun steht das zweite Album „Cave Rave“ in den Läden, wo Tradition und Technik aufeinander treffen. Die verschiedenen Einflüsse erklären sie so: „Wir waren sehr an den Ähnlichkeiten des Verständnisses des Daseins in unterschiedlichen Kulturen, in verschiedenen Ecken der Welt, interessiert. Diese Erkenntnis hat unsere Einflüsse über die Grenzen des Baskenlandes hinaus erweitert.“

Das brillante Album „CAVE RAVE“ wirft spielend massenweise Hits und Hymnen ab und findet sich in allen wichtigen Bestenlisten wieder.Die Crystal Fighters mixen alte Traditionen und neueste Technik – baskische und spanische Instrumente treffen auf harten Technosound.

Diese angesagte Kombination ist beim Publikum großartig angekommen und hat sie somit alle animiert, das ganze Konzert durchzutanzen und mitzusingen. Mit ihrer überragenden Live-Qualität transportierten sie die Energie direkt zum Publikum. Die Musiker sagen selbst: „Live sind wir viel punkiger und chaotischer als auf dem Album. Die Leute lieben die Energie unserer Performances.“

 

Alexandra Fleckl

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