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  Gestatten, das neue Vorsitzteam der ÖH an der Universität Salzburg Aus der Asche der Wahlen auferstanden. Eine Koalition aus VSStÖ, GRAS und FLUS.Und damit wiedergewählt sind Wiebke ...
Die Ergebnisse der ÖH Wahlen 2017 an der Universität Salzburg sind da! Bundesvertretung: Link Universitätsvertretung: Link Studienvertretungen (StVen): Link
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Kritische Lehrveranstaltungen


 

 

Die Universität ist ein Bildungsapparat, der seinen Namen als solches auch verdient hat. Dafür, dass die Studierenden zu selbstständig denkenden und handelnden Menschen werden, sofern sie es nicht schon sind, setzt sich die ÖH aktiv ein. Deshalb stellen wir mit der Liste zur kritischen Lehre eine Sammlung von frei wählbaren Lehrveranstaltungen zur Verfügung, welche sich mit gesellschaftspolitisch relevanten Inhalten auseinandersetzen. Nutzt eure freien Wahlfächer, um über den Tellerrand eures Studiums hinauszusehen!

 

Wir freuen uns über deine LV-Tipps an bildung@oeh-salzburg.at!

 

Für das Sommersemester 2017:

 

 

Barrierefeies Schreiben (Übung)


Vortragender: Wimmer
Organisation: FB Kommunikationswissenschaft
Ort & Zeit: Rudolfskai 42, Fr 09:30 - 13:00
ECTS: 4
LV-Nummer: 641.522
Unterrichtssprache: Deutsch

Texte sollen gut verständlich sein. Das ist der Anspruch sowohl von Einfacher Sprache als auch von Leichter Sprache. Während Einfache Sprache auf eine allgemeine Verständlichkeit von Gebrauchstexten abzielt, geht der Anspruch von Leichter Sprache weiter, er lautet: Texte sollen auch für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen verständlich ein. Leichte Sprache ist also ein Mittel zur bzw. eine Voraussetzung für die Barrierefreiheit von Information. In dieser Lehrveranstaltung lernen die Studierenden, ausgehend von Textanalysen, die Prinzipien und Regeln sowohl von Einfacher Sprache als auch von Leichter Sprache und wenden diese auch an. Ebenso werden Grundlagen der Verständlichkeitsforschung vermittelt.

Neuere Geschichte (Ringvorlesung: Religion und Politik – ein Spannungsverhältnis (vom Mittelalter bis zur Gegenwart) (VO)


Vortragende: Goldmann, Herbst
Organisation: FB Kommunikationswissenschaft
Ort & Zeit: Rudolfskai 42, Mi 09:00 - 11:00 Uhr
ECTS: 4
LV-Nummer: 641.527
Unterrichtssprache: Deutsch

Die Lehrveranstaltung befasst sich mit dem Themenkomplex Körper und Körperlichkeit in Medien. Dabei verfolgen wir eine inter- und transdisziplinäre Herangehensweise (Kommunikations- und Medienwissenschaft, Gender/Queer Studies, Cultural Studies, Disability Studies, etc.).
In der Übung werden verschiedene in den Medien zu beobachtende Diskurse des Körpers behandelt - sowohl Beispiele von medial vermittelten Körperstereotypen bzw. normativen Körperidealen als auch Repräsentationen alternativer Körperbilder.
Ein prominentes Beispiel bildet etwa Conchita Wurst, deren Nominierung sowie Sieg beim Eurovision Song Contest 2014 eine Verdichtung der gesellschaftlichen und medial geführten Debatten um Körper und Geschlecht versprach. Die Beschäftigung mit Conchita Wurst, mittlerweile prominentes Werbetestimonial, verspricht darüber hinaus einen Einblick in den gegenwärtigen Stand der gesellschaftlichen Akzeptanz nicht-heteronormativer Körper- und Rollenbilder in Österreich und Europa.
Darüber hinaus zielt die Lehrveranstaltung darauf ab, Verschränkungen und Wechselwirkungen der Kategorie Körper mit anderen, Ungleichheit generierenden Strukturkategorien, wie Gender, Ethnizität, Klasse, Alter und Disability zu analysieren bzw. im Plenum zu diskutieren (intersektionaler Ansatz). Dazu werden einerseits aktuelle, andererseits „klassische“ Beispiele aus Film, Fernsehen, Presse, Literatur, Kunst sowie Werbung herangezogen.
Wir werden gemeinsam u.a. folgenden Fragen nachgehen:
- Welche Körper werden in den Medien repräsentiert und welche Geschlechterkonstruktionen werden damit vermittelt?
- Welche Bedeutung kommt Verstörungen normativer Konzeptionen von Körper, Geschlecht und Sexualität zu?
- Inwieweit haben sich Körper- und Geschlechterbilder in den Medien, besonders in der Werbung, in den letzten Jahrzehnten gewandelt?
- Wie wird das Zusammenwirken unterschiedlicher Kategorien (Körper, Geschlecht, Alter, etc.) und daraus resultierende gesellschaftliche Privilegierungen/Diskriminierungen in den Medien dargestellt?
- Sind wiederständige Körper- und Geschlechterdarstellungen erkennbar?

Rechts- und sozialphilosophische Aspekte der gegenwärtigen Krise der pluralistischen Demokratie (SE)


Vortragender: Paulo
Organisation: Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der RW-Fakultät
Ort & Zeit: Churfürststraße 1, FR 10:00 - 11:30 Uhr
ECTS: 5
LV-Nummer: 101.098
Unterrichtssprache: Deutsch, Englisch

Ist Demokratie nur die Regierung nach dem, was durch Wahlen und Abstimmungen als Meinung der Mehrheit der Bürger_innen identifiziert wird? Oder gibt es auch demokratieimmanente materiale Anforderungen an eine demokratische Ordnung, die – etwa in Form von Grund- und Menschenrechten – die Wahlmöglichkeiten einschränken? Ist es gar so, wie es Ernst-Wolfgang Böckenförde in einem anderen Kontext formuliert hat, dass die freiheitliche und pluralistische Demokratie von Voraussetzungen lebt, die sie selbst nicht garantieren kann? Wieviel Pluralismus verträgt eine demokratische Ordnung? Braucht es nicht doch eine Art geteilter Kultur, Religion, einen Patriotismus oder wenigstens einen „Verfassungspatriotismus“ als Voraussetzung der Demokratie?
Vor dem Hintergrund des aktuellen Auflebens rechts- und (seltener) linkspopulistischer Bewegungen sollen solche und ähnliche Fragen aus rechts- und sozialphilosophischer Perspektive diskutiert werden. In der Zeit bis Ende Mai werden diese Fragen einführend behandelt und durch gezielte Lektüre vertieft. Den zweiten Teil des Seminars bildet ein ganztägiger Workshop am 1. Juni 2017, an dem die Teilnehmer_innen teilnehmen. In dem Workshop werden Philosoph_innen, Politikwissenschaftler_innen und Jurist_innen zusammenkommen und die Seminarteilnehmer_innen zur gemeinsamen Diskussion zum Thema einladen. Den Hauptvortrag bei diesem Workshop wird Jan-Werner Müller (Princeton) halten.

Empowering Social Movements: Creative Commons & Civil Society (SE)


Vortragender: Crowley
Organisation: FB Kommunikationswissenschaft
Ort & Zeit: Erzabt-Klotz-Straße 1, Donnerstags (17:00 - 20:00 Uhr) und Freitags (13:00 - 16:00 Uhr)
ECTS: 6
LV-Nummer: 641.556
Unterrichtssprache: Englisch

Aspects of the concepts of ‘social movements’, the ‘commons’ and ‘civil society’ will be dealt with in detail. Enabling and constraining factors for the sustainability and expansion of social movements, a ‘commons culture’, and the empowerment of ‘civil society’ through digital communication facilities, including underlying theoretical aspects and new developments therein, will be addressed. 

The ambivalence, benefits and consequences of the emergence, through cultural developments and digital communication, of various aspects of ‘creative commons’ and similar structures, to social movements, civil society, the corporate world, as well as the media, will be considered. 

Inherent factors in the digitalization of communication, as well as in the so-called ‘digital divide’, and their impact on social movements and civil society, will also be researched.

Zeitgeschichte (Islam in Europa in einem globalen Kontext) (VO)


Vortragende: Embacher
Organisation: FB Geschichte
Ort & Zeit: Rudolfskai 42, Do 15:00 - 17:00 Uhr
ECTS: 2/3/4/6
LV-Nummer: 603.583
Unterrichtssprache: Deutsch

In der LV wird ein Überblick über die Geschichte des Islams in Europa gegeben. Im Zentrum stehen die unterschiedlichen Zuwanderungswellen ("Gastarbeiter", Flüchtlinge aus arabischen Ländern, Bosnienkrieg, Tschetschenien, Syrienkrieg,...) sowie Debatten um Kopftuch, Moscheen, Beschneidung, etc. Die Ausformung unterschiedlicher muslimischer Identitäten wird dabei immer im Kontext von sozialen Gegebenheiten (Arbeitslosigkeit, Bildung, Wohnsituation,....), Rassismus und antiislamischen Vorurteilen und der Instrumentalisierung der Islamfeindlichkeit gesehen. Ein weiterer Schwerpunkt bildet der Transfer von Eskalationen in arabischen Ländern (Irakkrieg, Israel-Palästina-Konflikt, "arabischer Frühling") nach Europa. Eine zentrale Bedeutung kommt zudem der Frage des Terrorismus und Antisemitismus in muslimischen Communities zu.

Zeitgeschichte (Faschismus als europäisches Phänomen) (VO)


Vortragender: Boyer
Organisation: FB Geschichte
Ort & Zeit: Rudolfskai 42, Mo 13:00 - 15:00 Uhr
ECTS: 2/3/6
LV-Nummer: 603.582
Unterrichtssprache: Deutsch

Die Vorlesung behandelt die politischen, ökonomischen, sozialen und ideologischen Voraussetzungen und Ursprünge, die Verlaufsformen und das Ende der faschistischen Bewegungen bzw. Regime im Europa der Zwischenkriegszeit, zum Teil auch der Nachkriegszeit. Im Zentrum steht das "Modell Italien"; in vergleichender Perspektive behandelt werden die iberischen Länder sowie die faschistischen Bewegungen in Frankreich und Großbritannien, in Ungarn, Rumänien und in der Tschechoslowakei. War der Faschismus eine auf die Bedingungen rückständiger Agrargesellschaften zugeschnittene Form autoritärer Herrschaft oder ein modernes Phänomen? Wo liegen die Ähnlichkeiten und Unterschiede zum Nationalsozialismus?

Critical Theory (SE)


Vortragende: Wydra
Organisation: FB Politikwissenschaft und Soziologie
Ort & Zeit: Mönchsberg 2, Mo 13:00 - 15:00 Uhr
ECTS: 6/8
LV-Nummer: 300.442
Unterrichtssprache: Englisch

„Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“ Dieser Satz Adornos aus der Minima Moralia richtet sich gegen Lebenskompromisse in unmenschlichen gesellschaftlichen Verhältnissen, wie sie sich aus dem Faschismus, aber auch aus dem Kapitalismus ergeben. Begründet auf den Ideen von Hegel und Marx entsteht in den 1920er Jahren die Frankfurter Schule, deren Kritik sich nicht nur gegen andere theoretische Ansätze richtet, sondern auch bestehende gesellschaftliche Verhältnisse neu denken und verändern will. Ziel ist die Entlarvung der Unterdrückungsmechanismen der kapitalistischen Gesellschaft, um dadurch eine Gesellschaft mündiger Menschen zu erzielen. 
Nach Max Horkheimer muss kritische Theorie drei Ansprüche erfüllen: sie muss erklärend, praktisch und normativ sein. Nicht nur müssen die Widersprüche der gegenwärtigen Gesellschaft erklärt werden, sondern auch Mechanismen und Akteure identifiziert werden, die Veränderungen anhand von klaren Normen herbeiführen können. „Nicht das Gute, sondern das Schlechte ist der Gegenstand der Theorie. Ihr Element ist die Freiheit, ihr Thema die Unterdrückung.“ Kritische Theorie versucht den Menschen von jenen Bedingungen der modernen Gesellschaft zu befreien, die ihn versklaven.

Diese „Theorie der Gesellschaftsveränderung“ wird im Zentrum der Lehrveranstaltung stehen. Anhand von Originaltexten, werden die Grundlagen der Kritik erarbeitet, diese Kritik gleichzeitig aber auch in Zusammenhang mit aktuellen Gesellschaftsverhältnissen und politischen Tendenzen gebracht. Dabei wird der Bogen gespannt von der ersten Generation der Frankfurter Schule (Marcuse, Adorno, Horkheimer, Fromm), zu Theoretikern wie Habermas und Žižek, aber auch die Ideen der postmodernen kritischen Theorie in den Texten von Foucault, Derrida und Chomsky werden aufgegriffen. Zudem wird aufgezeigt wie kritische Ansätze feministische Theorien (Nancy Fraser) und Überlegungen der radikalen Ökologie beeinflusst haben.

Autoritarismus (SE)


Vortragender: Aschauer
Organisation: FB Politikwissenschaft und Soziologie
Ort & Zeit: Rudolfskai 42, Mi 11:00 - 13:00 Uhr
ECTS: 6/8
LV-Nummer: 122.326
Unterrichtssprache: Deutsch

 

 

Aktuelle Fragen der Philosophie (Philosophie und Globalität) (SE)


Vortragender: Gmainer-Pranzl
Organisation: FB Philosophie an der katholisch-theologischen Fakultät
Ort & Zeit: Universitätsplatz 1, Mo 14:00 - 16:00 Uhr
ECTS: 5/6
LV-Nummer: PHB.124
Unterrichtssprache: Deutsch

Insofern „Globalität“ nicht als Globalisierungsstrategie verstanden wird, sondern als kritischer Anspruch einer Entgrenzung des Denkens, das sich oft seiner gesellschaftlichen Bedingungen und kulturellen Prägungen nicht bewusst ist, bedeutet dies auch eine Herausforderung der Philosophie, die in ihrer (vor allem europäischen) Geschichte nicht selten Prinzipien, Methoden und Erkenntnisse eines bestimmten Kontextes als universal und „global gültig“ ansah. Hegels „Vorlesungen über die Philosophie der Weltgeschichte“ (1822-1830), aber auch die „philosophische Begleitmusik“ zum europäischen Kolonialismus sind ein beredtes Beispiel für diese Verwechslung von expansiver Globalisierung und Globalität als kritischem Anspruch. Diese Lehrveranstaltung möchte eine philosophische Auseinandersetzung mit der Herausforderung des Globalen leisten und dadurch einen Beitrag zu einem reflektierten Umgang mit „Globalisierung“ leisten.

Industrie-, Arbeits-, Betriebs- und Konfliktsoziologie (SE)


Vortragender: Dimmel
Organisation: FB Politikwissenschaft und Soziologie
Ort & Zeit: Rudolfskai 42, Mo 11:00 - 13:00 Uhr  
ECTS: 6/8
LV-Nummer: 122.337
Unterrichtssprache: Deutsch

Themenangebot: 

1. Arbeit im Wandel
1.1. Richard Sennett: Vom Beruf zum Job
1.2. 35 Stunden sind genug – zur Geschichte des Kampfes um die Arbeitszeitverkürzung 1.3. Der Prozess der Tertiarisierung – Übergang in die Dienstleistungsgesellschaft 1.3.1. Sozialberufe – neue Beschäftigungschancen ?
1.4. Lohnarbeit in der Globalisierung
1.4.1. Sklaverei
1.4.2. Sexarbeiterinnen
1.4.3. Au Pair
1.4.4. Maquiladoras / Sonderwirtschaftszonen 1.5. Pathologien der Arbeit 1.5.1. Mobbing im Betrieb 1.5.2. Arbeitssucht

2. Arbeitsmarkt
2.1. Soziologie des Arbeitsmarktes
2.1.1. Soziologie des Arbeitsmarktes (Angebot und Nachfrage; Segmentierung der Arbeitsmärkte, Funktionsweisen) 2.1.2. Erster und zweiter Arbeitsmarkt 2.1.3. Tarifvertrag – Betriebsvereinbarung – Individualarbeitsvertrag 2.1.4. „Mir haben sich was Jüngeres vorgestellt“ – Ältere am Arbeitsmarkt 2.1.5. Beschäftigungschancen und Beschäftigungsformen von SozialwissenschafterInnen in Österreich 2.2. Working Poor - Prekarisierung - Flexibilisierung 2.2.1. Working Poor 2.2.2. Prekarisierung der Arbeit – Prekariat – Die Überflüssigen 2.2.3. Flexibilisierung – atypische Arbeit 2.3. Arbeitslosigkeit 2.3.1. Langzeitarbeitslosigkeit 2.3.2. Subjektive Folgen der Arbeitslosigkeit 2.3.2.1. Arbeitslosigkeit und Armut 2.3.2.2. Arbeitslosigkeit und Krankheit 2.4. Arbeitsmarktpolitik 2.4.1. Family Worklife Balance 2.4.2. Fördern und Fordern – Politiken der „Aktivierung von Arbeitlosen“ 2.4.3. In-Work-Benefits für NiedriglohnbezieherInnen 2.4.4. Das Flexicurity – Modell: Paradigma der europäischen Arbeitsmarktpolitik 2.4.5. Jugendliche Arbeitslose: Lehrlingsstiftungen und öffentliche Beschäftigung als Ausweg aus der Beschäftigungskrise?

3. Strukturwandel der Arbeitswelt
3.1. Leiharbeit
3.2. Automatisation und Robotik – Polarisierungen der Arbeitskraftqualifikation 3.3. Schichtarbeit 3.4. Wiederkehr der Fließbandarbeit 3.5. Radikale Flexibilisierung: Arbeit auf Abruf 3.6. Vertrauensarbeitszeiten: Neue Kontrolleregime in der Lohnarbeit ?
3.7. Überstunden: Verteilung, Ausmaß und wirtschaftliche Bedeutung 3.8. Arbeit macht krank: Gesundheitliche Belastungen durch Arbeit

4. Zukunft der Arbeit
4.1. Andre Gorz: 20.000 Lebensarbeitsstunden 4.2. Grundeinkommen oder Bedarfsorientierte Mindestsicherung 4.3. Tauschringe und Talentebörsen 4.4. Frithjof Bergmann: Neue Arbeit, neue Kultur 4.5. Holm Friebe / Thomas Ramge: Marke Eigenbau – Der Aufstand der Massen gegen die Massenproduktion

Absolute Armut in wohlhabenden Gesellschaften (SE)


Vortragende: Gaisbauer, Kapferer
Organisation: Zentrum Ethik und Armutsforschung
Ort & Zeit: Mönchsberg 2, 14:15 - 15:45 bzw. 16:15 - 17:45 
ECTS: 6/8
LV-Nummer: 999.960
Unterrichtssprache: Deutsch

Armut in wohlhabenden Gesellschaften wie den meisten Ländern Europas wird meist verstanden als relative Armut – also als Lebensbedingungen unterhalb eines gewissen Mindestlebensstandards, jedoch nicht als existenzbedrohend. Während derartige Konzeptionen von Armut zwar viele benachteiligte, limitierte, prekäre Lebensverhältnisse einschließen, bleiben die gravierendsten Lebenslagen darin oft unbeachtet und unsichtbar – obwohl Formen absoluter Armut inmitten des Wohlstands zuletzt gesellschaftlich wieder vermehrt sichtbar werden. 
In dieser als Forschungsseminar konzipierten Lehrveranstaltung setzen wir uns in einem gemeinsamen Erarbeitungs- und Reflexionsprozess mit Phänomenen absoluter Armut in wohlhabenden Gesellschaften auseinander. Ausgehend von vorherrschenden Methoden, Konzeptionen und Analysen von Armut in Europa interessieren wir uns für die blinden Flecken dieser Zugänge: welche Themen, Gruppen, Erscheinungsformen und Konsequenzen von absoluter oder fundamentaler Armut werden übersehen? Was sind Schlüsselprobleme und deren Begleitphänomene – und wie sehen sozialpolitische Reaktionen und (sozial-)ethische Antworten darauf aus? Welche Querschnitt-Themen lassen sich zwischen den einzelnen Problemlagen feststellen?

Gender Studies (Praxisfeld Gender Studies) (PS)


Vortragende: Jobst-Hausleithner, Schmutzhart
Organisation: gendup - Zentrum für Gender Studies und Frauenförderung
Ort & Zeit: Kaigasse 17, Do 10:00 - 13:15 Uhr  
ECTS: 4/5
LV-Nummer: 999.001
Unterrichtssprache: Deutsch

Ausgehend vom begrifflichen Diskurs über Frauenförderung und Gender Mainstreaming werden Geschlechterverhältnisse näher untersucht. Auf Basis einer fundierten Auseinandersetzung mit theoretischen Ansätzen stellt die Lehrveranstaltung einen Link zur Praxis der Frauenfördermaßnahmen und des Gender Mainstreaming her. Die Position der Frau in der heutigen Gesellschaft und in der Arbeitswelt soll analysiert, sowie die Instrumente der Frauenförderung und des Gender Mainstreaming als effiziente Maßnahmen realisiert werden. Wie steht es um die Gleichberechtigung von Frauen und Männern heute? Wie beurteilen wir die Situation der Frau am Arbeitsmarkt? „Die Gleichstellung der Geschlechter in der Arbeitswelt“ ist eine Forderung, die schon seit mehr als einem Jahrhundert vor allem von engagierten Frauen immer wieder eingebracht wurde. Ob dieses Ziel bereits erreicht ist, welche Strategien zur Gleichstellung von Mann und Frau entwickelt und eingesetzt werden und welche Dilemmata und Hürden nach wie vor für Frauen bestehen, sind zentrale Fragen der Lehrveranstaltung.

Frauen & Politische Gewalt: Akteurinnen militanter Sozialer Bewegungen (PS)


Vortragender: Reinisch
Organisation: gendup - Zentrum für Gender Studies und Frauenförderung
Ort & Zeit: Kaigasse 17, Do 13:00 - 15:00 Uhr 
ECTS: 3/4
LV-Nummer: 999.002
Unterrichtssprache: Deutsch

Die Lehrveranstaltung befasst sich mit der Rolle von Frauen in militanten Sozialen Bewegungen und paramilitärischen Organisationen im langen 20. Jahrhundert. In der Forschung werden Frauen allzu oft als ausschließliche Opfer von bewaffneten Konflikten dargestellt. Im Gegensatz dazu spielten Frauen in bewaffneten Konflikten des 20. Jahrhunderts oft eine aktive Rolle. Besonders bei sozialistischen, anti-kapitalistischen und nationalen Befreiungsbewegungen in (post-)kolonialen Ländern ist dies oft der Fall. Bei diesen wurden Frauen oft als gleichberechtigte Akteurinnen propagandistisch positioniert, um einen Gegenpol zu den männerdominierten Strukturen der politischen und militärischen Gegner darzustellen. Ausgehend von diesen Überlegungen sollen die unterschiedlichen Rollen von Frauen als Akteurinnen in paramilitärischen Organisationen und militanten Sozialen Bewegungen dargestellt und verglichen werden. Als Beispiel sollen Frauen als Aktivistinnen in nationalen Befreiungsbewegungen, militanten Protestbewegungen, Guerillaorganisationen und paramilitärischen Organisationen diskutiert werden. Fallbeispiele werden inhaltlich und regional weit gestreut sein und unterschiedliche Weltteile wie Kurdistan, Baskenland, Irland, Palästina, Kolumbien, Nikaragua, Sri Lanka, Deutschland oder China umfassen. Die Lehrveranstaltung wird das vorherrschende Bild von Frauen als Opfer von bewaffneten und militanten Konflikten dadurch erweitern, indem die Rolle von Aktivistinnen in diesen Konflikten durch die komparative Analyse unterschiedlicher Fallbeispiel diskutiert wird.

Jungen in der Krise? Zur Analyse von Krisendiskursen und Krisenerfahrungen von männlicher Adoleszenz (PS)


Vortragender: Scheiblhofer
Organisation: gendup - Zentrum für Gender Studies und Frauenförderung
Ort & Zeit: Kaigasse 17, Blockveranstaltung 17. & 18.4. und 19. & 20.5.     
ECTS: 4
LV-Nummer: 999.004
Unterrichtssprache: Deutsch

Das Sprechen über eine „Jungenkrise“ ist populär. Abwesende Väter, feminisierte Bildungseinrichtungen und prekäre Zukunftsperspektiven sollen demnach zu Krisen bei jungen Männern führen. ExpertInnen aus Wissenschaft und Feuilleton fordern darum eine vermehrte Förderung von Jungen und die positive Anerkennung von „jungentypischem Verhalten“.
Basierend auf Zugängen einer Kritischen Männlichkeitsforschung, soll in diesem Seminar dem empirischen Gehalt sowie den diskursiven Effekten dieses Jungenkrisen-Topos nachgegangen werden. Die kritische Analyse zeigt, dass die Rede von „den Jungen in der Krise“ soziale Realitäten nicht angemessen erfasst und bestehende Ungleichheiten im Geschlechterverhältnis verdeckt, bzw. reproduziert. Vor diesem Hintergrund wird im Seminar eine alternative Perspektive entwickelt, die Zusammenhänge zwischen männlicher Herrschaft und der Krisenhaftigkeit männlicher Adoleszenz verdeutlicht und Konsequenzen für die Förderung von Geschlechtergerechtigkeit ausgelotet.
Themen des Seminars sind:
- Populäre Krisendiskurse über junge Männer – Analyse & Kritik
- Jugend aus Perspektive Kritischer Männlichkeitsforschung 
- Heteronormativität, Sexualität, Homophobie: Einarbeiten in normative Begehrensstrukturen
- „Guyland“: die riskante Phase zwischen Kindheit und Erwachsensein
- Streber oder Classenclown? Die Schule als widersprüchlicher Raum für Jungen 
- Gangs, Cliquen & Banden: Devianz als Männlichkeitsressource
- „Jungenpädagogik“ als Lösung? Kritik und Konsequenzen einer alternativen Perspektive

 

 

 

Gender, Migration und Intersektionalität (PS)


Vortragende: Molzbichler, Oberlechner
Organisation: gendup - Zentrum für Gender Studies und Frauenförderung
Ort & Zeit: Kaigasse 17, MI 15:00 - 19:00 Uhr   
ECTS: 4
LV-Nummer: 999.006
Unterrichtssprache: Deutsch

Von der etablierten Migrationsforschung werden Migrantinnen spät systematisch als selbstständige Akteurinnen „entdeckt“. Frauen migrieren gemäß heutiger Gendermigrationsforschung aufgrund eigener Motivlagen bzw. in ausdifferenzierten Rollenbildern, als Unternehmerinnen, Ehefrauen, Arbeiterinnen, Töchter, Mütter, Asylbewerberinnen. Aus migrationswissenschaftlicher und intersektionaler Perspektive ist dabei festzustellen: Migrationen strukturieren Geschlechterrelationen und umgekehrt.

Bei der Interpretation sozialer Ungleichheiten geht diese Perspektive über Rahmenbedingungen hinaus, die eine bestimmte Gesellschaft, eine Region, eine Nation oder ein Nationalstaat vorgeben und nimmt Gender als eine zentrale Kategorie für konkrete Erfahrungen von MigrantInnen in den Blick. Deren transnationalen, transregionalen bzw. translokalen Verortungen von personalen wie kollektiven Identitätsdimensionen erweitern gängige „Persönlichkeits“-Begriffe, wie sie im Diversity Management heute Mainstream sind.

Darüber hinaus kann speziell die Theorie der Intersektionalität helfen, verschiedene Dependenzen und Überschneidungen, mehrfache Diskriminierungen und intersektionelle Identitäten zu erfassen, zu reflektieren und zur Erkenntnis beizutragen, dass viele zusätzliche Faktoren, wie etwa Hautfarbe, Glaubensrichtung, Alter, Behinderung oder soziale Zugehörigkeit weitere Kategorien bilden, die mitbestimmen, welches „Frauen- und Männerbild“ zu welcher Zeit, in welchen Migrationsströmen vorherrschend ist, aber auch, wie sich diese Geschlechtskonstruktionen verändern.

Diese und weitere Themenkomplexe werden mithilfe ausgewählter facheinschlägiger und interdisziplinärer theoretischer Texte aus den Bereichen Geschlechter-, Migrations- und Intersektionalitätsforschung sowie praxisbezogen erörtert.

 

 

 

Kommunikationstraining (Übung)


Vortragender: Scheutz
Organisation: FB Germanistik
Ort & Zeit: Erzabt Klotz Straße 1, 28. & 29.4., 8:00 - 18:00 Uhr
ECTS: 2
LV-Nummer: 332.679
Unterrichtssprache: Deutsch

In diesem Kurs geht es darum, uns mit den vielfältigen Aspekten des "Miteinander-Kommunizierens" besser vertraut zu machen (Inhalts- und Beziehungsebene im Gespräch; Gesprächswirkung; Motivation und Beziehungsaufbau; nonverbale Kommunikation; Argumentation in Diskussionen; Selektionsmechanismen der Wahrnehmung etc.). Im Vordergrund steht die praktische Erprobung unterschiedlicher kommunikativer Aufgaben: Durch die Arbeit mit der Videokamera eröffnen sich Möglichkeiten, das eigene Gesprächsverhalten auch aus der "Außenperspektive" wahrzunehmen, Selbst- und Fremdeinschätzungen zu vergleichen und durch die erhöte Sensibilisierung die individuelle Kommunikationsfähigkeit positiv zu beeinflussen.

 

 

 

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