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Studiengebühren

Klares NEIN zu Studiengebühren!


Die ÖH Salzburg lehnt Studiengebühren entschieden ab.

Durch den Nationalratsbeschluss durch SPÖ und ÖVP von Dezember 2012 wurden Studiengebühren wieder flächendeckend an allen Universitäten eingeführt. Ab dem Sommersemester 2013 müssen ordentliche Studierenden außerhalb der Mindestzeit sowie alle außerordentlichen Studierenden Studiengebühren zahlen. StudentInnen aus Nicht-EU/EWR-Staaten müssen ab Studienbeginn die doppelten Gebühren in der Höhe von 726 Euro pro Semester bezahlen.

 

Sozialpolitische Aspekte

Studiengebühren verschärfen die Benachteiligung von Studierenden aus finanziell schwachen und bildungsfernen Familien. Vor allem Studierende, die neben dem Studium arbeiten müssen oder Betreuungspflichten nachgehen, überschreiten rasch die Studienmindestzeit und verlieren den Anspruch auf Beihilfen oder Stipendien. Dadurch geraten sie in einen Teufelskreis aus Erwerbsarbeit, Zeitmangel und Studienzeitverzögerung. Die Einführung der Studiengebühren 2002 bewirkte, dass vor allem StudentInnen aus niedrigeren sozialen Schichten und ohne Bezug von staatlicher Unterstützung ihr Studium abbrechen mussten. Hinzu kommt, dass es kaum "reiche" Studierende gibt, sondern nur reiche Eltern. Wer wohlhabende Eltern stärker besteuern möchte, sollte das über Einkommens- und Vermögenssteuern tun, aber nicht über ihre erwachsenen, studierenden Kinder.

Gelegentlich wird argumentiert, Studiengebühren wären sozial gerecht, wenn sie durch ein gutes Stipendiensystem abgefedert werden. Davon ist Österreich aber meilenweit entfernt: Nur 18% der Studierenden beziehen Studienbeihilfe, obwohl der Bedarf wesentlich höher ist. Die durchschnittliche Höhe der Studienbeihilfe beträgt nur 230 Euro, obwohl die Lebenshaltungskosten in allen österreichischen Städten deutlich darüber liegen. Nur die Hälfte der Studierenden bezieht Familienbeihilfe. Angesichts dieser Verhältnisse wirkt der Verweis auf ein treffsicheres Stipendiensystem oft als Versuch, Studiengebühren zu rechtfertigen, ohne dass ein entsprechendes Beihilfensystem eingeführt wird.

 

Hochschulfinanzierung

Studiengebühren tragen nur geringfügig zur Finanzierung der Universitäten bei. Zum einen reduziert der hohe Verwaltungsaufwand die Einnahmen aus Studiengebühren. Den Universitäten fehlen nach Berechnungen der Rektorate und der Bundesregierung jedoch mehr als 900 Millionen Euro jährlich. Um einen Betrag aufzubringen, der einen nennenswerten Beitrag zu den Hochschulbugets leistet, müssten die Studiengebühren in inakzeptable Höhen angehoben werden. Pikantes Detail: Nach der Einführung von Studiengebühren durch die ÖVP-FPÖ-Regierung wurde das Hochschulbudget um denselben Betrag gekürzt, den Studiengebühren einbrachten.

 

Bildungspolitische Auswirkungen

Studiengebühren erhöhen den Druck auf Studierende, ihre Studium möglichst schnell zu absolvieren. Dadurch geht die Zeit verloren, die für die Entwicklung individueller Schwerpunkte, für das Blicken über den eigenen Tellerrand sowie für ehrenamtliches Engagement benötigt wird. "Schneller" bedeutet in Bezug auf Bildung nicht notwendigerweise "besser", da Bildungsprozesse unterschiedlich viel Zeit benötigen.

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